My Life at Li Po Chun United World College of Hong Kong 2011-2013

Auf der anderen Seite

Der letzte Blogeintrag ist jetzt ja schon eine ganze Weile her. Tatsächlich ist in den letzten Tagen aber auch nicht viel passiert: letzte Woche gab es nur an drei Tagen Unterricht, dann waren Osterferien – und die wurden zum Faulenzen, Schlafen und Lernen genutzt. Die meisten Einheimischen waren nach Hause gefahren – meine Zimmernachbarin Catherine habe ich seit Tagen nicht gesehen. Außerdem ist es wieder richtig warm und feucht geworden – die Schokoladenosterhasen auf meinem Tisch lassen dank der 26°C langsam die Ohren hängen, und die Schokoeier sehen auch nicht mehr so aus, wie gestern, als ich sie aus dem Paket herausgenommen habe :D Nachdem ich heute endlich mit sämtlichen Hausaufgaben, Aufsätzen etc. fertig war, beschloss ich mit einem Freund aus Costa Rica, hinunter zur Starfish Bay zu laufen, und zu versuchen, LPC mal von der anderen Seite zu sehen. Ich fotografiere die Bucht ja oft genug von unserem Dach aus, also wollte ich unbedingt mal “da rüber”.

Der Strand, den wir überqueren mussten war unglaublich schmutzig. Das lag nicht nur an den vielen Algen und Muscheln, die an den Strand gespült worden waren, sondern hauptsächlich an den vielen Plastikflaschen, zerrissenen Fischernetzen, die sich zwischen den Felsen und Büschen verfangen hatten. Ein paar Angler standen am Wasser und warteten auf Fische, andere saßen in kleinen Booten und starrten in die herein-kommende Flut. Um die kleine Halbinsel zu umrunden, mussten wir auf die Felsen klettern. Nah am Wasser waren sie mit Muscheln, Krabben und Schnecken bedeckt, weiter oben konnte man sich mühelos die Steine entlang hangeln.

Dabei musste man nur aufpassen, nicht in eine der zahlreichen Kakerlaken zu fassen, die überall herumflitzten. Nach einer guten Klettertour kamen wir an dem kleinen Unterstand an, den ich schon immer von unserem Hausdach aus gesehen hatte, und an dem sich die Angler ab und zu gerne ausruhten. Von diesen “Halbhütten” gab es hier an der Bucht mehrere – notdürftig aus Bambus und Plastiktüten zusammengebastelt, schienen sie zwar nicht sehr stabil zu sein, ihren Zweck des Schutzes vor Wind und Sonne aber trotzdem zu erfüllen. Von dem Felsen aus hatten wir eine fantastische Sicht auf den Ma-On-Shan-Berg, und wir konnten den LPC-Campus ganz hervorragend zwischen all dem Grün erkennen! 

Wir umwanderten die gesamte Bucht – immer von zahlreichen Kakerlaken begleitet, und kletterten über noch größere Steine, bis wir schließlich nicht mehr weiterkamen, weil uns die Wände eines Damms den Weg versperrten. Da kletterten wir einfach die Böschung hinauf, sprangen über einen Zaun – und saßen plötzlichen vor zwei etwas überraschten Kindern auf einer Straße. Offensichtlich waren wir im “Whitehead Club” gelandet: Golf, Luftballons, ein Pool … es sah nicht gerade so aus, als ob hier einfach so jeder hereinkommen durfte. Wir spazierten trotzdem ganz locker an den Sicherheitsmännern vorbei heraus, holten uns im Supermarkt eine Tüte saftiger Orangen und dann ging’s zurück zum Campus. Nach einem ganzen Wochenende über Büchern war es ein sehr entspannender und gleichzeitig doch aufregender kleiner Ausflug gewesen – und ich habe wieder eine neue Seite von Hongkong entdeckt :)

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