My Life at Li Po Chun United World College of Hong Kong 2011-2013

Früher fand ich es ja schon immer sehr spannend, einfach nur in die Sächsische Schweiz zum Wandern zu fahren.  Die dortige Tour mit den Stiegen ist mit einer Wanderung auf dem längsten Bauwerk der Welt  – der berühmten Chinesischen Mauer – wohl kaum zu vergleichen. Deren Besteigung war natürlich ein weiterer Höhepunk auf unserer Projektwoche ;)

Mit dem Bus ging es am frühen Morgen los. Gut zwei Stunden lag die Mauer vom Stadtkern entfernt und in der Zeit holten viele von uns Schlaf nach. Als ich aufwachte, fuhren wir gerade durch ein Tal und riesige Berge zogen an mir vorbei. Ab und zu sah man auf einer der Bergspitzen eine Art Tempel aufblitzen, später kamen Mauerteile dazu – das war sie! Die Chinesische Mauer! Ich weckte Mavji und Quentin, die neben mir saßen, und begann, zu fotografieren. Ich konnte gar nicht fassen, dass ich da hoch laufen wollte! Unser Bus parkte, und wir schnupperten zum ersten Mal seit langem wieder staubfreie, gesunde, frische und vor allem kalte Luft. Eine Gruppe Afrikaner in bunten Roben und dicken Winterjacken schlenderte vorbei und wurde neugierig von unserer Kenianerin und Ägypterin gemustert. Julie, unsere Lehrerin, fand schnell eine Karte, um zu sehen, wo wir uns eigentlich befanden. Das zu fragen, war einfacher, als eine Antwort zu finden – irgendjemand hatte sich entweder einen Scherz erlaubt oder die Bedeutung von “You Are Here” nicht ganz verstanden – jedenfalls stand es überall auf der Karte! Als wir endlich herausgefunden hatten, wo wir uns denn wirklich befanden, mussten wir noch an einer ganzen Reihe mit Souvenirständen vorbeikommen, die zu unterschiedlichen, aber stets horrenden Preisen die gleichen Mützen, Bilder und Mao-Anhänger verkauften. Endlich kamen wir an einer sehr steilen Treppe an – der Beginn der Chinesischen Mauer – die hoch hinauf auf den Berg führte…

Das Besondere an der Ersteigung der Chinesischen Mauer ist nicht, dass es so steil bergauf geht, sondern das man sich unterschiedlich hohe Treppenstufen hoch kämpfen muss. Und mit “unterschiedlich” meine ich keinen Unterschied von zehn Zentimetern! Die Treppenstufen waren teilweise zwar nur 10 Zentimeter hoch, teilweise musste man aber auch auf allen Vieren wie ein Kleinkind krabbeln, um eine Stufe von fast einem Meter zu meistern – und das abwechselnd! Auf jeden Fall ein gutes Fitnessprogramm, und Spaß macht es auch ;)

In den 80er Jahren wurde die Chinesische Mauer zum UNESCO-Kulturerbe erklärt – Besucher hindert das nicht daran, ihre Namen in den Stein zu ritzen oder sich mit wasserfesten Markern in den unterschiedlichen Tempeln zu verewigen. Ähnlich wie an den Moskauer Glücksbäumen hängen auch hier junge Pärchen Schlösser an die vereinzelten Gitterstäbe der Mauer und werfen den Schlüssel weg – das soll ihrer Beziehung ewige Liebe bringen. All diese kleinen Kritzeleien und Schlösser lenken aber kaum von dem umso schöneren und unendlich weiten Blick ab, den man schon ab wenigen Stufen genießen kann: dunkle Berge, wie mit Schnee besprüht, unter einem hellblauen Himmel, kleine, eingeengte Täler und ab und zu ein kleines Mauerstück, das aus den trockenen Ästen der Bäume herausragt.

Die Chinesische Mauer zu besteigen ist sicherlich eine Erfahrung, die mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird – nicht nur, weil es anstrengend war, sondern hauptsächlich, weil ich mir dadurch einen langen Traum (der jedoch immer ziemlich unmöglich schien) verwirklichen konnte – und jetzt kann ich auch sagen, dass ich ganz oben, auf dem höchsten Punk der Chinesischen Mauer Mittag gegessen hab! ;)
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