My Life at Li Po Chun United World College of Hong Kong 2011-2013

Welcome back to China

Schon lange hatte ich auf diese Woche gewartet: fünf Tage lang unterrichtete ich mit meiner Projektwochen-Gruppe in einer Mittelschule Englisch und bestaunte Beijings Sehenswürdigkeiten, wie die Verbotene Stadt, die Chinesische Mauer und den Tempel des Himmels. Sonntag Morgen ging es los. Vier Uhr dreißig trafen wir uns mit genügend warmen Sachen und chinesischen Yuan vor der Kantine. Mit dem Bus ging es zum Hong Konger Flughafen, danach folgte ein dreistündiger Flug in die Hauptstadt Chinas. Als wir in Beijing aus dem Flughafen heraustraten, quoll uns eine Welle aus Staub und Kälte entgegen. Es war etwa 4°C kalt; zum Glück hatten die meisten von uns an Handschuhe, Mütze und Schal gedacht. Wieder holte uns ein Bus ab. Auf der Fahrt ins Hotel zog eine immer gleichbleibende Landschaft vorbei. Beijing ist nicht wirklich mit Hong Kong zu vergleichen. Die Häuser in den Vororten sind kleiner und dreckiger. Die Armut ist hier noch viel präsenter, viel greifbarer, als in Hong Kong. Die absolut dominierende Farbe – grau. Die Bäume hatten im kalten Winter ihre Blätter verloren, die Autobahnen waren leer. Es erinnerte mich ein bisschen an den Anfang von Zombie-Filmen: nichts passierte, die Welt war in Stille versunken – und man wartet nur darauf, dass endlich irgendetwas passiert. Nur, dass hier überhaupt nichts geschah.

Der Busfahrer brachte uns in ein kleines Hotel. Die beiden Männer an der Rezeption wollten uns nicht hereinlassen. Wir hätten gebucht, ja, aber sind wussten ja nicht, dass wir Ausländer seien. Unter “Schülern aus Hongkong” hatten sie sich nicht Jugendliche aus aller Welt vorgestellt. “Für Ausländer haben wir keine Lizenz. Tut uns Leid.” Wir bekamen unser Geld zurück und mussten ein neues Hotel suchen. Auf dem Weg zurück zum Bus wurden wir angestarrt. Die Passanten, und vor allem die chinesischen Kinder , blieben mitten auf der Straße stehen und sahen uns hinterher. Sicherlich sahen manche von ihnen zum ersten Mal “Weiße” und “Schwarze”. Wir gaben unser Gepäck dem Busfahrer, dann quetschten wir uns alle in einen öffentlichen Bus. Darin konnte man kaum Luft holen, so sehr stank es nach Zigarettenqualm und Schweiß. Dazu kam die Luftverschmutzung, die durch die quietschenden Türen des klapprigen Buses nicht abgehalten wurde. Wir fuhren an kleinen Garagenläden und heruntergekommenen Supermärkten vorbei.

Das neue Hotel war besser, als das, aus dem wir verscheucht worden waren. Große rote Knautsch-Sessel standen im Foyer. Auch hier roch es unglaublich stark nach Tabak. Die Zimmer waren klein: getrennte Betten, ein großer Fernseher, ein Tisch. Das Bad war etwa zwei Quadratmeter groß. Um Platz zu sparen hatte man die Toilette in der Duschkabine installiert!

Nachdem wir ausgepackt hatten, ging es zum Mittagessen. Uns wurde reich aufgetischt: Tomatensuppe mit Ei, Kartoffelsalat, Hühnchen und Reis, sogar gerösteten Mais! Es schmeckte unglaublich gut. Anschließend ging es in den nahe liegenden Supermarkt. Hier konnte man scheinbar alles für wenig Geld kaufen. Regale mit gefälschten Oreos, Tütensuppen und Chips wechselten sich mit Haushaltsgeräten, Obst und Gemüse ab. Das Alkohol- und Zigarettenregal war bei weitem das größte. Der Reiswein war billiger als die Wasserflaschen, der Zigarettenpreis wurde auf einem kleinen Schild mit 7 Yuan pro Packung beziffert – umgerechnet etwa 70 Cent. Wir holten uns Kekse, Wasser und Cola – typischer Reiseproviant ;) Auf dem Weg zurück ins Hotel wurden wir wieder angestarrt. Die Kinder folgten uns die Straße entlang und als wir sie überqueren wollten, mussten wir aufpassen, nicht von Mofas und Lastwagen überfahren zu werden.


Wir entdeckten einen kleinen Laden, in dem man ein typisches, chinesisches Spielzeug kaufen konnten: mehrere Metallplättchen sind dabei als Beschwerer aufeinander gesteckt und obendrauf kleben senkrecht vier, fünf Federn. Es kostete 1 Yuan. Man spielt damit, wie mit einem Fußball und während wir in dem Vorhof des Ladens damit herum kickten, beobachtete uns die Verkäuferin lachend.

Am frühen Abend, nach einem leckeren und recht würzigen Abendessen und einer kleinen Geburtstagsfeier für unsere Weißrussin Lisa, versammelten wir uns alle in Quentins und Alans Zimmer. Wir aßen Schokoladenkekse, hörten ein bisschen Dubstep und planten den Unterricht für den nächsten Tag. Dann ging es schon früh ins Bett.

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