My Life at Li Po Chun United World College of Hong Kong 2011-2013

Hier mal ein kleiner Nachtrag zu dem Artikel “Hongkong – ein Kompliment”, den ich vor einiger Zeit auf Spiesser.de veröffentlicht habe. Neulich habe ich einen Artikel in der Washington Post gelesen, in dem es darum ging, dass Hongkonger sich immer weniger mit China identifizieren, und dass das die chinesische Regierung recht wütend macht. “In der Umfrage, die letzten Monat von der University of Hong Kong durchgeführt wurde, kam heraus, dass die Anzahl der Menschen, die sich als Hong Konger betrachten, mehr als doppelt so hoch ist wie die der Menschen, die sich selbst als Chinesen sehen.” Offensichtlich sinkt die Identifizierung mit China stark, seit Großbritannien Hong Kong 1997 freigegeben hat.

Scharfe Kritik aus Peking – “Ein böser Sklave”

Die chinesische Regierung kritisiert die Umfrage scharf und widmet ihren Protest maßgeblich Robert Chung, dem Leiter der Abteilung für Öffentliche Meinung der Hongkonger Universität. Dabei scheinen die Chinesen selbst Hong Kong nicht ganz abgeneigt zu sein: die Zahl der chinesischen Frauen, die in Hong Konger Notaufnahmen gebären, hat sich letztes Jahr verdreifacht. Die “Mainlanders” kommen zum Zeitpunkt des Geburtstermins nach Hongkong, damit ihr Kind mit der Geburt automatisch die “Hongkonger Staatsbürgerschaft” und somit viele Vorteile erhält. Dennoch: Hao Tiechuan, ein ehemaliger Beamter  des chinesischen Verbindungsbüros erklärte, die Studie sei “unlogisch” und “nicht wissenschaftlich” durchgeführt worden. Überhaupt mache es keinen Sinn, Hongkonger zu fragen, ob sie sich chinesisch fühlen, da Hong Kong so oder so ein Teil von China sei. Der Washington Post nach schrieb die chinesische Zeitung Wen Wei Po: “Chung’s Umfrage hat böse, politische Ziele.” Ihm wird außerdem vorgeworfen, “Sklave von schwarzer Finanzierung seitens der Politik” zu sein und die “Hong Konger von ihren Landsleuten trennen” zu wollen.

Weniger beschweren, mehr nachdenken

Das klingt nach einer klaren Trennung zwischen Gut und Böse – China und Hongkong sind Freunde, China ist gut, Robert Chung ist böse, und womöglich von Geld besessen. Auch in Hongkong empört sich die chinesisch kontrollierte Presse. Die Umfrage sei manipuliert, Großbritanniens Spitzel und Spione hätten ihre Finger im Spiel. Unabhängige Medien finden die scharfe Kritik aus Peking unberechtigt und reagieren misstrauisch. Anstatt sich zu beschweren und Verschwörungstheorien auszudenken, solle die chinesische Regierung lieber überlegen, warum die Hongkonger nicht mehr für China brennen – obwohl das nach so langer Herrschaft von Großbritannien wohl allen klar sein dürfte. Chung will keine Ursachen für die Ergebnisse seiner Umfrage nennen: “Ich bin kein Politiker,” meint er. “Die Geschichte wird darüber bestimmen, welchen Wert meine Studien haben.”

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