My Life at Li Po Chun United World College of Hong Kong 2011-2013

Die Blumen des Krieges

Vor jedem Kulturabend gibt es einen Filmabend. Die einheimischen Schüler hatten für uns den chinesischen Film “The Flowers of War” (Die Blumen des Krieges) besorgt. Ein zutiefst erschütternder Film, der während dem zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg in der chinesischen Provinz Nanjing spielt, genauer gesagt während der “Vergewaltigung von Nanjing”. Der Film wurde für zahlreiche Preise, u.a. für den Golden Globe nominiert und gilt mit einem Budget von knapp 94 Millionen Dollar als der teuerste Film chinesischer Geschichte. Er basiert auf dem Roman 13 Flowers of Nanjing von Geling Yan.

Die Handlung rankt sich um den amerikanischen Bestatter John Miller, der nach Nanjing gekommen ist, um den Priester der örtlichen Kathedrale zu beerdigen. Nun findet er in der Kathedrale, die sich inmitten von Kampfgetümmel befindet, zwölf junge Mädchen und den Adoptivsohn des Priesters vor, die sich vor den japanischen Truppen verstecken. Kurz nach seiner Ankunft treffen auch zwölf wunderschöne Frauen aus dem Rotlicht-Viertel ein, die in der Kathedrale Schutz suchen. Eher ungewollt schlüpft Miller in die Rolle des toten Priesters, um den Frauen und Kindern Schutz und Beistand zu leisten – einen Angriff der Japaner auf die Kathedrale kann er dennoch nicht verhindern. Die jungen Mädchen werden misshandelt, vergewaltigt und teilweise getötet, bevor ein einzelner chinesischer Soldat die Japaner aus der Kirche heraus in einen Hinterhalt lockt und in den Tod reißt. Von da an lebt die neue Kirchengemeinde in Angst und Schrecken; dazu kommen die Konflikte zwischen den Kirchenmädchen und den Prostituierten, und zwischen dem Adoptivsohn und “neuem Priester”. Miller beschließt, dass er die Frauen und Kinder aus Nanjing herausbringen muss, um ihre Sicherheit und Überleben gewährleisten zu können. Doch bevor er sich an die Arbeit machen kann, besucht der japanische Colonel Hasegawa die Kirche. Er verlangt von den Mädchen, zu singen, und entschuldigt sich für die Missetaten seiner Soldaten. Miller erhält den Befehl, die Mädchen in einigen Tagen für eine japanische Feier vorzubereiten, auf der sie angeblich singen sollen. Damit die Mädchen nicht fliehen, werden japanische Wachen vor die Kathedrale gestellt. Miller vermutet eine Gefahr für die Mädchen und arbeitet weiter an seinem Fluchtversuch. Am Ende scheint er nicht verhindern zu können, dass die Mädchen zu der Feier gehen – bis es zu einer überraschenden Wendung kommt…

Der Film ist in meinen Augen ein Meisterwerk. Szenen von Krieg und Gewalt wechseln sich mit Bildern von Schönheit, Eleganz und Verführung ab – er hinterlässt mit all seiner rohen Gewalt einen tiefen Schrecken beim Zuschauer und beeindruck zugleich mit seiner visuellen Kraft. Es ist ein Film, dessen Bilder einen für eine ganze Weile nicht mehr loslassen und der eine Geschichte von dem Kampf ums Überleben und dem Überschreiten von Vorurteilen, von Liebe und Selbstopferung in den Zeiten des Krieges erzählt. Ich kann ihn nur empfehlen.

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