My Life at Li Po Chun United World College of Hong Kong 2011-2013

Gestern war Mittwoch, also: Zeit für’s Tutorendinner! Diesmal fuhren wir alle mit Marj und Julie nach TST – Tsim Sha Tsui. Das liegt am Hafen und dort hatten wir anfang des Jahres unter anderem die Lichtershow besucht. Schon in der MTR waren alle ganz aufgeregt und freuten sich darauf, richtig gutes Essen genießen zu können.

Unser Ziel war ein Einkaufszentrum der etwas anderen Art: In Chungking Mansions tummeln sich weder Einheimische, noch Frauen. Stattdessen scheinen sich hier Männer aus Afrika, dem Nahost und Mittelasien angesiedelt zu haben. Überall stehen sie vor kleinen schäbigen Läden, an jeder Ecke wird uns ein anderes Handy oder ein anderes Restaurant empfohlen. Es gibt sogar einen Schalter, von dem aus man Geld nach Hause schicken kann. Bei europäischen Hygiene- und Sicherheitschecks würde dieses “Kaufhaus” garantiert glatt durchfallen: Müllsäcke stapelten sich neben den Läden, oft waren Geländer und Pfeiler notdürftig mit Bambusrohren gestützt oder befestigt worden. Guillermo, unser Spanier, der uns den Weg zu unserem indischen Restaurant zeigte, meinte: “So ungefähr sehen auch Kaufhäuser in Bangladesch aus: eng, überfüllt … aber sie sind bei weitem nicht so schmutzig!”

Nachdem wir mit einem winzigen Aufzug hoch in den siebten Stock gefahren waren, fanden wir das Restaurant neben einem “Kanadischen Hostel”, vor dem ein alter Mann mit Turban saß. Die Inder begrüßten uns sehr freundlich und wiesen uns Plätze an einer langen Tafel zu. Das Restaurant war nicht besonders schön eingerichtet: chinesischer Neujahrskitsch hing an fleckigen Spiegeln, die Gardinen hatten Löcher für die Klimaanlagen – was ich schon sehr merkwürdig fand, weil die unförmigen Löcher die gelben Gardinen noch hässlicher aussehen ließen. Dafür war das Essen umso berauschender. Ich wollte schon immer mal Roti probieren, diese Art rundes, indisches Brot, und es schmeckt wirklich fantastisch. Es war ein bisschen trocken, weil ich die scharfe Soße nicht dazu genommen hab, aber wirklich lecker! Scharfe Soßen waren für mich sowieso ein generelles Problem: Deutschland ist nun mal ein Kartoffelland ;) Es gab aber auch Reis, Knoblauch-Na’an (ebenfalls eine Art Brot) und, was ich besonders genossen habe, Tandoori-Huhn. Tandoori-Huhn wurde ursprünglich in einem Lehmofen zubereitet, daher der Name “tandoori”, und ist vermutlich das bekannteste indische Geflügelrezept. Ein bisschen scharf, mit roten Gewürzen zubereitet, schmeckt es mit Roti besonders gut.

Getrunken wurde Mango-Lassi. Das ist ein Getränk, welches aus Pakistan und Indien stammt und aus Yoghurt, Wasser und Mangozellstoff zubereitet wird. Gewöhnungsbedürftig, aber in etwa so lecker, wie das chinesische Mango Sago. Wir hatten viel Spaß in diesem Restaurant und unterhielten uns über alles Mögliche: Das Heiratsalter von Frauen in unterschiedlichen Ländern, das Clubviertel Lan Kwai Fong in Hong Kong und die in sechs Wochen anstehende Projektwoche. Nach einer Weile kam sogar noch eine andere Tutorengruppe aus LPC, die sich für dasselbe Restaurant entschieden hatte und wir konnten uns alle austauschen :)

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