My Life at Li Po Chun United World College of Hong Kong 2011-2013

Fundstücke

Hier mal noch eine ganze Reihe Beobachtungen und Erfahrungen, die ich bis jetzt vergessen habe, in meine Artikel einzubauen :) Viel Spaß beim Lesen!

Polizeibesuch

Freitagmorgen haben wir alle einen kleinen Schreck bekommen, als Garreth uns erzählte, dass die Polizei nachts nach uns gesucht hatte. Sie hatten wohl kurz vor Mitternacht bei Htet und Alisher an die Tür getrommelt, und er hatte es zum Glück gehört – die beiden können ja kein Wort Chinesisch! Der Grund dieses Besuchs war ziemlich banal: Besucher müssen sich in China offensichtlich binnen 48 Stunden bei der nächstgelegenen Polizeistelle melden, um nicht als illegale Immigranten verdächtigt zu werden. Das hatten wir nicht gemacht, und so beschlossen wohl unsere lieben Nachbarn (das Präsidium war genau neben dem Hotel; sie hatten uns schon beim Frühstücken immer so komisch beobachtet) uns mit einen Nachtbesuch zu überraschen. Am nächsten Nachmittag musste Beta dann zurück zur Polizei und Pässe und Visa vorzeigen – später kam die Polizei dann sogar ins Kinderheim, um unsere Arbeit zu überprüfen. Dann war aber alles in Ordnung und wir durften uns in Ruhe um die Kinder kümmern :)

Aufgetakelt

Vor allem die jungen Mädchen laufen hier sehr aufgetakelt herum. Mit knalligem Lippenstift, braun gefärbten Haaren und riesigen Absätzen stöckeln sie durch den herumliegenden Müll auf den Straßen. Ein bizarres Bild in all der Armut – aber vermutlich kommt man hier auf dem Land nur durch Schönheit weg – an guter Bildung mangelt es nämlich wohl grundsätzlich.

Auf dem Feld

Genau da leben Menschen – auf den Feldern. Ringsherum wächst und grünt es, Wasserkanäle laufen durch die Rübenreihen. Und mittendrin, auf einem platt getrampelten Stück trockener Erde: ein Haus. Man würde eher sagen, eine Hütte, aber sogar das trifft es nicht ganz. Es besteht aus Pappkarton-Wänden und ein paar Ziegeln, ein paar Bretter und Wellblech dienen als Dach. Stroh ist als Dämmung um das Haus gebunden, es gibt nur ein kleines Fenster und die Tür ist ein Loch in der Wand. Davor stehen ein kleiner Tisch und zwei Hocker, ein Kind sitzt in der rostigen Schubkarre und Kisten und rostige Fässer liegen an der Hauswand. Gut hundert Meter entfernt wiederholt sich die Szene, immer wieder. Die Menschen haben nichts anderes, als ihr Feld,und deshalb leben sie auch gleich da. Es ist ein einfaches Leben in tiefster Armut – und trotzdem lachen die Kinder vor den Feldhäusern, als würde es ihnen an nichts fehlen.  Vielleicht ist es auch so, zumindest leben sie ja bei ihren Eltern – die auch durch ein schönes Kinderheim am Ende nicht zu ersetzen sind.

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