My Life at Li Po Chun United World College of Hong Kong 2011-2013

Überraschung in der Suppe

Wir setzen unser Gepäck ab und begutachten die Hotelzimmer. Ich bin mit Liz aus den Niederlanden in einem Zimmer. Die Betten sind groß und haben dicke Matratzen, ansonsten ist alles recht spärlich und staubig. Der Wasserkocher sieht nicht sehr vertrauenserweckend aus, ebenso die Dusche. Trotzdem sind wir ganz zufrieden; es hätte schlimmer kommen können.

Beta nimmt uns alle mit ins Dorf, um Abendessen zu suchen. Wir gehen in ein kleines Restaurant. Im unteren Stockwerk stehen schmierige Aquarien, in denen sich ein paar apathische Fische gegen die Scheibe drücken; ein paar Gartentische und Stühle stehen bereit. Wir sind offensichtlich “besonderer Besuch” und werden eine schmale Treppe hinauf geführt, wo wir in einem kleinen Extraraum Platz nehmen dürfen. Die Tische haben hier Plastiktischdecken und Drehteller; an der Wand hängt eine tote Spinne von der Größe meiner Hand. Der Platz unter ihr bleibt – oh Wunder ;) – leer. Unser Geschirr (auch aus Plastik) ist noch verpackt und die Wirtin bringt eine Schüssel nach der anderen herauf.

Es gibt Rind & Schwein, Gemüse & Suppe, Pilze & Tintenfischtentakel, gruseligen Fisch und natürlich Reis. Beta überredet mich, den Tintenfisch zu probieren. Für den Fall der Fälle gieße ich mir Orangensaft zum Nachspülen ein, dann nehme ich einen Tentakel und kaue mutig drauf los. Es schmeckt nicht wirklich nach irgendetwas, höchstens nach der Sojasoße, in der er eingelegt war. Die Konsistenz dagegen kommt ziemlich wahrscheinlich an die von Schuhsohle heran. Ich hab’s jedenfalls probiert, meine Leibspeise ist es aber nicht wirklich :D

Die nächste Überraschung wartet in der Suppe – als José ein bisschen darin herumstochert und die Kelle wieder herauf holt, starrt uns ein Entenkopf aus leeren Augen an. Vor Schreck lässt er die Kelle erstmal wieder fallen, dann wollen aber alle mal gucken. Die Suppe selbst isst trotzdem kaum noch jemand mehr, den Kopf fanden die meisten dann doch zu gruselig. In der Suppe schwimmen auch Entenfüße, die sich sofort Beta schnappt. “It is an art to suck out the bones, gulp the meat and spit out the bones again”, erklärt er uns – “that’s the whole fun of it!”

Als wir alle satt waren, fuhren wir noch zu einem nahegelegenen Supermarkt, um uns mit Wasserflaschen und chinesischen Süßigkeiten einzudecken, dann ging es zurück ins Hotel. Als wir vor dem Schlafengehen noch eine Runde UNO spielten, plärrte unter uns plötzlich laute Musik los. Irgendwelche Menschen schrien herum, es wurde gepoltert und ziemlich schief gesungen – und irgendwann dämmerte uns so langsam, dass wir uns das Haus mit einer Karaokebar teilten ;(

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: