My Life at Li Po Chun United World College of Hong Kong 2011-2013

Ich bin dann mal weg

Nach einer Woche in Guanzhou/China sitze ich nach einer warmen Dusche endlich wieder auf meinem eigenen Bett. Der Koffer liegt noch unangetastet in der Mitte des Zimmers, Notizblock und Kamera haben es sich neben mir bequem gemacht – und ihr seid bestimmt schon alle ganz gespannt, was ich denn erlebt habe ;) Also – los gehts!

Für alle, die nicht wissen, wovon ich jetzt erzählen werde, eine kleine Erläuterung: Im ersten Trimester jedes Schuljahres fahren die Firstyears von LPC in kleinen Gruppen von zehn bis fünfzehn Mann auf China Week. Fünf bis sechs Tage verbringen sie in einem Ort in China; die meisten Projekte betreiben “Service” und arbeiten in Schulen und Heimen ehrenamtlich, aber es gibt jedes Jahr auch ein “Sportprojekt”, in dem die Schüler wandern, Fahrrad fahren und rudern.

Ich war in Projekt N° 4, bin also mit gut fünfzehn anderen Schülern nach Guanzhou gefahren, um in einem Kinderheim für Waisen und Straßenkinder mit den Kindern zu spielen und Wände in ihrem Heim zu renovieren und anzumalen. Klingt eigentlich ganz simpel – war aber ganz sicher eine der besten und intensivsten Wochen meines Lebens. Um euch ein bisschen an meiner Aufregung während des Fluges teilhaben zu lassen, habe ich für den Anfang ein paar Auszüge aus meinem Notizbuch mitgebracht :)

Montag

13:15 Uhr Unser Flugzeug hat Verspätung. Wir sitzen schon im Wartebereich, Check-In und Duty-Free Shops liegen hinter uns, und jetzt heißt es noch eine Stunde warten. Unsere Gruppe macht es sich bequem. Alle liegen irgendwie aufeinander, manche lesen, andere holen Schlaf nach – viele haben in der Nacht vor der legendären China Week noch mal ordentlich gefeiert und stundenlang den Erzählungen von unseren Secondyears zugehört. Garreth spielt leise Gitarre, aber ansonsten sind wir noch nicht wirklich zu etwas zu gebrauchen.

13:22 Uhr  Wir haben beschlossen, unsere Tänze noch mal zu üben. Am Freitag, wenn wir mit unserer ganzen Malerei fertig sind und uns von den Kindern verabschieden, wollen wir ihnen eine kleine Show mit Musik, Tanz und Gesang liefern. Wir lassen unser Gepäck also bei Beta, unserem leitenden Lehrer, stellen uns mitten im Wartebereich des Hongkonger Flughafens auf und tanzen zu “Waka Waka”, “Tik Tok”, “Logobitombo” und Flamenco. Irgendjemand hat wohl das Sicherheitspersonal gerufen, jedenfalls beobachtet uns am Ende eine Gruppe von Beamten in Uniform – die aber mehr in sich hinein grinsen, als uns am Tanzen zu hindern. Die anderen Wartenden haben auch ihren Spaß und machen Fotos von uns, oder klatschen. Jedenfalls tanzen wir am Ende perfekt, und wir haben viel Zeit totgeschlagen ;)

14:51 Uhr Endlich sitze ich im Flugzeug, neben Chloé und Sum aus Hongkong. Eine Stewardess in schlichtem rotem Kostüm geht durch die Reihen und guckt nach, ob alle die Sitze hochgeklappt haben; ihr folgt ein Mann mit einem kleinen silbernen Gerät, das die ganze Zeit klickt. Es erinnert mich ein bisschen an den Lichtfänger, den Dumbledore ganz am Anfang von “Harry Potter und der Stein der Waisen” benutzt :D Garreth erklärt mir, dass er damit zählt, wie viele Menschen im Flugzeug sitzen. Barmusik kommt aus den Lautsprechern über uns, irgendwo weint ein kleines Kind. Die Spannung steigt. Ich bin schon sehr aufgeregt – werden die Kinder sich freuen? Wie werden wir mit einander klar kommen? Ich kann ja gar kein richtiges Chinesisch! Ob es kalt ist? Und dass mein Koffer hoffentlich nicht kaputt geht! Viele, viele Fragen und Gedanken strömen durch meinen Kopf. Kurz vor Abflug lassen die Stewardessen in letzter Sekunde noch eine ganzen Trupp Passagiere auf die Bordtoilette, dann heben wir ab – und mit jeder Minute bin ich China ein bisschen näher …

15:37 Uhr Wir fliegen! Unter mir sehe ich sehr viel Wasser, nebelige Bergspitzen, winzige Schiffe, und viele Wolken :) Es sieht wunderschön aus, und ich bin noch aufgeregter, als zuvor.

16:41 Uhr Das Flugzeug rollt auf die Landebahn – wir sind da! :D Alle im Flugzeug schnallen sich sofort ab und holen ihr Gepäck, dabei stehen wir noch gar nicht. Der Flughafen ist sehr klein, viel kann ich nicht sehen. Ein paar Berge im Hintergrund, mehr nicht. Die Häuser sind hier auf jeden Fall nicht so hoch, wie in Hongkong ;) Ich hole auch mein Gepäck, inzwischen steht das Flugzeug. Die Spannung steigt schon wieder, unsere ganze Gruppe will so schnell wie möglich raus aus dem Flughafen und – China entdecken. Ich kann es kaum erwarten :)

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