My Life at Li Po Chun United World College of Hong Kong 2011-2013

Blümchen und Bienchen

Mehrmals im Jahr haben wir hier am LPC die sogenannten COP-Days. COP ist die Abkürzung für Change of Pace, was man ungefähr als “Wechseln des Schritttempos” übersetzen kann. An COP-Days gibt es keinen Unterricht, sondern viele Diskussionen, Lesungen etc., die alle auf ein bestimmtes Thema fokussiert sind – z.B. Konfliktmanagement, MUN, Diskriminierung usw. Das Ziel dieser abrupten Änderung des Schullalltags bringt Abwechslung in das Campusleben und gibt uns Schülern die Möglichkeit, einen ganzen Tag lang über ein Thema nachzudenken, das sonst nicht so intensiv im Unterricht besprochen werden kann. Diesmal hatten wir den Sex COP Day.

Tut mir leid, aber so steht es nun mal in unseren Kalendern etc. drin, ich hab mir den Begriff nicht ausgedacht :P Wir bekamen eine Einführung in die menschliche Anatomie, ganz grundsätzliche Aufklärung zu Krankheiten und Verhütung von den TeenAiders (eine LPC-Schülergruppe, die auch in einheimischen Schulen über AIDS und HIV aufklärt), und es gab ein paar Frage- und Diskussionsrunden, in denen v.a. die Themen “Selbstbefriedigung = Sünde?”, “Erstes Mal” und “Homo- und Bisexualität” besprochen wurden. Selbstverständlich durfte auch das Aufsetzen eines Kondoms auf eine Möhre nicht fehlen ;) hahaha :D

Natürlich hatten die meisten schon mal Aufklärung in der Schule, aber diesmal war es bei weitem interessanter, und nun mal ganz anders – eine Diskussion über Sex vor der Ehe und Beziehungen vor der Uni führt man normalerweise nicht in einer Gruppe, in der sowohl Deutschland, als auch Nigeria, Irak, Hongkong, Thailand und China und damit u.a. Islam, Christentum und Atheismus vertreten sind. Da gehen die Meinungen sehr auseinander, aber es ist trotzdem sehr interessant, die unterschiedlichen Meinungen nicht nur in Lehrbüchern zu lesen und im Radio zu hören, sondern von Freunden erklärt zu bekommen. “Ich sehe das nicht so, weil ich Muslimin bin. Aber mir wurde beigebracht, dass man solche Dinge nur mit seiner wahren Liebe tun soll – und diese wahre Liebe wird erst der Mann sein, den ich heirate. Klar darf ich mit ihm Händchen halten. Vielleicht würden wir auch küssen. Aber alles andere geht zu weit“, erklärt uns ein Mädchen aus dem Irak. “Bei Parties bleibe ich nicht lange. Ich will nicht sehen, was passiert.

Die Schüler aus Hongkong und China sehen Beziehungen generell eher kritisch. Sie gehen, nach eigenen Worten, nach dem, was ihre Eltern ihnen sagen und erzählen: “Beziehungen vor der Uni halten mich von der Schule ab. Ich gehe zur Schule, um etwas zu lernen. Meine Eltern sagen, die Energie, die ich in einer Beziehung verschwenden würde, könnte ich genauso gut auf die Schule verwenden. Sie wollen nicht, dass ich vor der Uni ein Mädchen habe“, erzählte ein Local.

Die Ansichten über Liebe, Beziehungen, Sex – vor allem vor der Hochzeit und wenn er nicht in Beziehungen, also “ohne Liebe” stattfindet – und Reinheit sind von Kultur zu Kultur tatsächlich sehr unterschiedlich. Das konnte man sich natürlich schon vorher denken, aber all diese Meinungen und Blickwinkel von Freunden erklärt und erzählt zu bekommen, ist etwas ganz anderes – ich erfahre es aus erster Hand. Wir redeten auch darüber, wie man hier am LPC mit diesen Themen umgehen sollte: dabei waren wir uns aber alle einig. Rücksicht und kulturelles Verständnis haben oberste Priorität – wie es auch in den “UWC Werten” heißt.

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Eine schöne Werbekampagne, die uns vorgestellt wurde ;)  –

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