My Life at Li Po Chun United World College of Hong Kong 2011-2013

Promote. Protect. Prevent.

Mein zweiter “Alumnitalk” fand in meinem Matheraum mit Kelvin Ling statt. Auch er war früher am LPC gewesen, und inzwischen viel herum gekommen. Er arbeitete bei zahlreichen Hilfsprojekten in Asien und Afrika mit, will später zu den “Ärzten ohne Grenzen”. Kelvin begann seine kleinen Workshop mit Tai-Shi, um unsere Aufmerksamkeit zu bekommen, dann ging es gleich los: “What is Community Health?” fragte er, und schrieb die beiden Wörter an die Tafel. Antworten folgten prompt: “Dass alle auf einander aufpassen, und sich nicht anstecken”, meinte ein Mädchen aus Afrika; “ein einheitliches Gesundheitssystem” schlug ein Junge aus Europa vor. Die Gruppe diskutierte über den Begriff Gemeinschaft und über Volkskrankheiten – besonders über deren Relevanz in Hongkong. AIDS, Vogelgrippe, SARS … Was kann man dagegen tun?

Im Lauf der einstündigen Diskussionsrunde konnten wir unsere Ideen in drei Gruppen zusammenfassen: Promote. Protect. Prevent. Kelvin erzählte uns, wie er an Schulen gekommen war, um über AIDS aufzuklären, und abgewiesen worden war. “Dabei hätten es gerade diese Schulen am nötigsten”, rief er. “Die Aufklärung bezüglich HIV ist in vielen Ländern in Südostasien sehr schwach. Dort erklärt man den Kindern die Verbreitung von AIDS folgendermaßen: Also es gibt da so ein sexuelles Verhalten, davon bekommt ihr AIDS. Und es wird auch über Spucke übertragen. Und ihr sollt eure Handtücher nicht mit anderen teilen, dadurch verteilt sich AIDS auch. – Und das war’s!” Er ging mit uns ein paar der Spiele durch, die er bei seiner Arbeit verwendet, um den Schülern z.B. die Verbreitung von Krankheiten näher zu bringen. “Steht mal alle auf. Und jetzt lauft herum, und grüßt all eure Freunde. Seht ihr? Manche nicken, oder winken nur. Da ist ein großer Abstand zwischen den Menschen. Andere schütteln sich die Hand, oder umarmen sich sogar. Jetzt stellt euch vor, ihr schlaft mit jedem, dem ihr die Hand schüttelt! Unvorstellbar? Nun, warum gibt es AIDS dann?”

Natürlich ging es später auch um Impfungen, die Zugänglichkeit von Medikamenten und andere Hilfsorganisationen. Kelvin erzählte von seinen Erfahrungen: “Wie oft duscht ihr? Zweimal täglich? Jeden Abend? Aller zwei Tage? Ich habe früher sehr oft geduscht. Aber wenn man auf Reisen ist, geht das nicht immer. Das längste für mich waren bis jetzt vier Tage ohne Dusche. Stellt euch vor, ihr wollt in dem Zustand einen Schulleiter von eurem Hilfs- und Aufklärungsprogramm überzeugen. Da haltet ihr automatisch Abstand.” Genauso wie Leonard ist auch Kelvin ständig unterwegs. Enttäuschungen kann es immer geben. Er erinnert sich, wie er mit einem klapprigen Flugzeug irgendwo in die Berge geflogen, dort abgewiesen worden, und mit dem Bus zwei Tage zurück gefahren war – “klar, wir konnten nicht helfen. Aber wir haben es versucht, und wir können die Leute ja zu nichts zwingen.”

Manchmal versucht ihr, jemanden aus dem Schlamm zu ziehen; und plötzlich steckt ihr selber drin. Dann verwandelt ihr euch blitzschnell vom Helfer zum “Mit-Opfer”. Aber darauf kann man sich nicht vorbereiten, da kommt es dann nur noch drauf an, dass ihr selber fit und gesund seid, und cool bleibt. Nur wenn es euch gut geht, könnt ihr auch anderen helfen.”

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