My Life at Li Po Chun United World College of Hong Kong 2011-2013

Schweinefuß und Tintenfisch

Heute Nachmittag bin ich mit dem Zug nach Ma On Shan gefahren, um mir Steamed Buns zu holen – inzwischen mein Lieblingsnachtisch. Steamed Buns sind wie Hefeklöße, aber nicht nur mit Marmelade, sondern auch mit Fleisch, Gemüse, Ei-Vanillepudding etc. gefüllt. Letztere Variante ist die, die ich am meisten mag – und jedes Mal, wenn ich in Ma On Shan, im Wet Market bin, hole ich mir ein, zwei Stück. Sie sind sehr günstig, nur 4 HK$ (also etwa 40 ct) und schmecken köstlich! Ich war sehr stolz, als ich der Verkäuferin (die mich inzwischen schon kennt ;D) erklären konnte, dass ich gerne zwei Stück hätte: “Wo yao le … arr” – ich weiß zwar nicht genau, ob das die richtige Formulierung ist, aber “wo yao” heißt, soweit ich weiß, “ich möchte”, “le” soll das ganze höflich klingen lassen und “arr” heißt “zwei”. Dabei habe ich auf das gezeigt, was ich wollte. Wie gesagt, ich weiß nicht, ob das so richtig war, aber die Verkäuferin lachte laut, lächelte mich an, tätschelte mir den Arm (obwohl Körperkontakt zwischen Fremden hier absolut nicht üblich ist!) und erzählte mir irgendwas auf Chinesisch, während sie mir die Tüte in die Hand drückte und das Geld entgegennahm. So falsch kann es also nicht gewesen sein, und ich habe auch nur zwei Stück bekommen ;D

Ich beschloss, den Wet Market zum ersten Mal noch ein bisschen weiter zu erkunden – meistens habe ich mich nicht noch tiefer hinein getraut, weil er ziemlich überfüllt ist und man sich kaum bewegen kann, so dicht bewegen sich dort die Menschen, aber diesmal war e nicht ganz so voll.  Es offenbarte sich mir ein faszinierender und zugleich gruseliger Anblick.

Fleischer und Fischer hatten ihre Stände nebeneinander aufgebaut und so sah man abwechselnd Schweine- und Entenfüße und Tintenfische, Seeschlangen und Riesenkrabben. Manchmal hingen an den Wandhaken die Gedärme der geschlachteten Tiere, wie große weiß-graue, klumpige Schläuche.

Die Fische, die auf den Verkaufstischen lagen, sprangen noch hoch, drehten sich in der Luft und fielen dann mit einem lauten Flatsch! wieder auf den Tisch. Es sah alles sehr absurd aus. Die Menschen standen vor den Ständen, hoben einen Tintenfisch nach dem anderen mit bloßen Händen auf, überprüften die Qualität und nahmen dann den nächsten. Eine Frau diskutierte mit einem Verkäufer lautstark, vermutlich über den Preis der aufgeschnittenen Fischköpfe, und ein kleines Mädchen im Prinzessinnenkleid nahm stolz eine Tüte Entenfüße entgegen. Ich kam mir ziemlich fehl am Platz vor, zumal mich die Einheimischen auch sehr, sehr misstrauisch beobachteten. Als ich meine Kamera herausholte, weil ich diesen Anblick unbedingt festhalten wollte, stürmte sofort ein Verkäufer auf mich zu und schrie wild gestikulierend auf mich ein. Ich beschwichtigte ihn, drückte beim Einpacken der Kamera wenigstens einmal heimlich auf den Auslöser (siehe Bild oben) und  begann den Rückzug.

Als ich wieder im Zug nach LPC saß, war ich jedenfalls sehr froh, dass wir so gutes Essen in der Kantine haben, und freute mich ziemlich über die Nudeln zum Abendbrot =D

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