My Life at Li Po Chun United World College of Hong Kong 2011-2013

Original Asiatische Küche

Wie gesagt, nahmen uns die Secondyears aus unserer Tutorengruppe nach dem Abendessen mit in die Tiefen Sai Kungs, um Nachtisch zu suchen.

Auf dem Weg dahin gingen wir wieder an der Hafenpromenade entlang. Etliche kleine Restaurants hatten jetzt geöffnet, wurden von kleinen chinesischen Lampenschirmen beleuchtet und die Leute wurden, draußen auf der Straße sitzend, von kleinen Frauen in Schürzen bedient.

Die Restaurants waren meistens auch gleichzeitig mit Fischverkauf beschäftigt. Ganze Kisten, vollgestopft mit Garnelen, Krebsen, Fischen und Hummern, standen aufgestapelt am Straßenrand.

Wenn jemand etwas bestellte, kletterte der Verkäufer oder ein Helfer mit einem Beutel über die Kisten hinüber, um die bestellten Fische und Krebse mit einem Sieb aus dem Wasser zu fischen.

Bei dem einen Laden, den wir uns angesehen haben, gab es ein gigantisches Aquarium mit riesigen Fischen drin. Und wenn ich riesig sage, dann meine ich das auch. Diese Fische waren etwa doppelt so groß wie ich!!! – also, von der Breite her =) Und es war auch nicht nur einer, sondern viele. Ich frage mich echt, wer die essen soll, und vor allem, wie man so ein großes Vieh bitte schön zubereitet und auch nach Hause transportiert!  Der Verkäufer erklärte uns sogar noch, dass diese Fische dort in Sai Kung in der Bucht gefangen werden. Die Fischer müssen echt mutig sein =D Einer dieser großen Fische hatte ein ziemliches Problem mit der Glasscheibe: er hat seine Nase immer an der Aquariumsscheibe gerieben und wollte scheinbar einfach hindurch schwimmen. Seine Nase war schon ganz wund und blutig gerieben und ein paar aus unserer Tutorgruppe versuchten, ihn wegzuscheuchen. Es war aber noch ein “kleiner” Fisch, die großen waren vielleicht schon daran gewöhnt – sie spielen sogar in dem Aquarium und einer machte immer Purzelbäume =) Der Fisch unten im Foto ist übrigens etwa in der Mitte des Aquariums. Das heißt, würde er direkt hinter mir schwimmen, würde er noch mal viel größer aussehen:

In dem Laden gab es auch diese prähistorischen Krabben, die ja eigentlich Spinnen sind (obwohl sie nicht so aussehen). Das hat mich doch sehr verwundert, weil ich die bis jetzt nur im Ozeaneum im Stralsund gesehen habe, und deshalb für seltene Lebewesen gehalten habe, die man nicht so oft zu Gesicht bekommt. Dass die hier in Massen gefangen und sogar gegessen werden, hat mich sehr überrascht.

Nachdem wir alle ordentlich die Tiere in den Kisten bemitleidet hatten, zogen wir weiter durch die Straßen Sai Kungs, um endlich einen kleinen typisch chinesischen Imbiss zu finden.

Nur einige Straßen von dem Fischrestaurant entfernt fanden wir tatsächlich ein kleines Restaurant, dass original asiatische Desserts und Süßspeisen anbot. So hatte ich zum Beispiel meine erste Begegung mit Durian. Das ist eine Frucht aus Südostasien, gelb bis graugrün und stachlig. Sie wird auch als Stinkfrucht bezeichnet, weil sie einen sehr abstoßenden Geruch hat. Seinetwegen ist es in manchen asiatischen Ländern zum Beispiel verboten, Durian mit in öffentliche Verkehrsmittel oder Hotels zu nehmen – der Geruch ist nicht leicht zu vertreiben und bleibt oft sehr lange an dem Ort, an dem er sich gerade ausgebreitet hat. Zum Glück beeinflusst der Geruch aber nicht den Geschmack. Wenn man sich allein auf den Geschmack konzentriert, dann spürt man ein bisschen Walnuss, viel Vanille und sogar ein bisschen Zwiebel. Wenn man sich aber beim Essen nicht immer die Nase zuhalten will, dann ist der Geruch doch viel stärker. Mir hat Durian nicht so gut geschmeckt, und auch die Locals sagen: entweder man liebt es, oder man hasst es.

Bestellt habe ich dann Mangosago & Grass Jelly. Das ist einfach nur sehr dickflüssiger Mangosaft, in den man ganz viele Mangostückchen und Sagoperlen gemischt hat. Das “Grasgelee” ist eine Art Wackelpudding mit Kräuter-Minz-Geschmack, der in kleine Würfel geschnitten wird. Es hat keine bestimmte Geschmacksrichtung, ist weder süß, noch sauer, und auch nicht scharf. Trotzdem ist es auch eine Spezialität, die es  nur hier in Asien gibt.

Nachdem wir alle gegessen haben machten wir noch ein “tutor group photo!!” im Restaurant:

Beim Hinausgehen fielen mir ein paar lustige Schilder auf, die im Restaurant an den Wänden hingen:


Nach diesen neuen Erfahrungen und definitiv neuen Geschmacksrichtungen, machten wir uns mit dem Bus auf nach Hause – also, zurück ins LPC. Wir liefen laut lärmend durch die noch lauteren Straßen Sai Kungs, unterhielten uns und lachten viel. Die Locals  und vor allem mein Buddy John brachten mir die ersten Brocken Mandarin bei. Ich kann jetzt zum Beispiel bis sieben zählen, “Gute Nacht” und “Danke” sagen =) Dann mussten wir uns aber beeilen, um gerade noch so den Bus zu erwischen.
In den Bussen von Hongkong gibt es keine Fahrkarten, man steckt das Geld einfach in einen Kistenschlitz neben dem Busfahrer. Wechselgeld gibt es nicht, deshalb sollte man hier immer Kleingeld und nicht nur große Scheine dabeihaben!
Nach einer wiedermal sehr holprigen Bustour kamen wir endlich um neun satt und müde am LPC an.
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Comments on: "Original Asiatische Küche" (4)

  1. Naja, wenn die Fische nur doppelt so groß sind wie du, dann können sie ja nicht allzu riesig sein. ;-) Und überhaupt, was ist denn das für eine Vergleichsgröße? :-P Aber ein sehr hübsches Foto: der große Fisch und die kleine Lara.

    Liebste Grüße
    Jens

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