My Life at Li Po Chun United World College of Hong Kong 2011-2013

Kurzer Abstecher

Heute Morgen wachte ich nach einem langen, tiefen Schlaf etwa um zehn Uhr auf. Lee und Mavji waren beide schon weg oder noch am gehen, jedenfalls hatte ich dann erstmal meine Ruhe. Ich drehte mich noch dreimal im Bett herum, dann stand ich auf, zog mich um und ging in die Kantine. In der Schlange traf ich Valeska, eine Norwegerin, die eigentlich aus Deutschland kommt, meinen Co-Year Michael, und noch ganz viele andere, die hungrig und mit dem Besteck klappernd darauf warteten, ans Buffet zu dürfen. Es gab Joghurt und Müsli, aber auch Salat, Nudeln, Reis und kleine Fischbällchen, die von der Form her aussahen wie Sushi, aber nicht wirklich danach schmeckten. Es war einfach gepresster Fisch, vermutlich deren Art von kleinen Würstchen ;D

Ich setzte mich an einen Tisch zu meiner First-Year Felicia, und sah mich erstmal staunend um. Die Mensa ist sehr groß, und die Tische sind es auch. Bestimmt zehn Leute haben an so einem Tisch normalerweise Platz, und wenn man noch mehr Stühle holt, können sich noch mehr dran quetschen. Dementsprechend saß keiner allein, und auch Gruppen mit weniger als acht oder neun Schülern waren nicht zu sehen. Besonders beliebt war der Nachtisch, das “Special Dessert” des Colleges: Toffi Banoffi. Klingt vielleicht merkwürdig, ist aber das Leckerste, was ich je gegessen habe. Es gibt eine Schicht Keks, eine Schicht dicke Karamellcreme, eine Schicht Schlagsahne, und eine dünne Schicht Kakao. Es ist zwar einfach nur süß, aber ich kann verstehen, dass manche Second-Years die ganze Woche dem Sonntag, dem Toffi-Banoffi-Tag, entgegenfiebern. Ich glaub, ich gehöre jetzt dazu =D

Lorenzo, ein Italiener (den ich unabsichtlich Spanier genannt hab, und der mich jetzt deshalb immer im Auge haben will xD) lieferte sich mit mir eine kleine Sinnlosdebatte über Deutschland, Österreich und Italien und am Ende lag der ganze Tisch vor Lachen praktisch im Essen. Lorenzo war ein bisschen beleidigt, dass er nicht gewonnen hatte, lachte dann aber mit am lautesten und bot mir nach dem Essen an, mir das Dach zu zeigen.

“Das Dach” bezeichnet hier die Dachterrasse von meinem Haus, von der man einen wunderschönen Blick über den Campus, die Star Fish Bucht und auf den Berg Ma On Shan hat. Der Boden war so heiß, dass man “Eier drauf braten kann”, wie mir Lorenzo mit ernster Miene versicherte – was ich ohne zu Zweifeln auch hinnahm.

Als wir wieder hinuntergingen, begegneten wir einer Gruppe Schülern, die nach Ma On Shan, einem Bezirk von Hongkong, fahren und wichtige Dinge wie Verteilerdosen, Spiegel, Zahnbürsten etc. kaufen wollten. Wir beschlossen mitzugehen. Octavia, Lorenzo’s First-Year, hatte sich auch noch zu uns gesellt, und so fuhren wir in einer Gruppe von etwa sieben Leuten mit der Bahn zur nächsten Haltestelle, zur Ma On Shan Mall, dem Einkaufszentrum.

In der Bahn war es recht kalt gewesen, und wieder einmal wurden wir von der Hitzewelle, die zwischen uns und dem Einkaufszentrum regierte, erschlagen. In der Ma On Shan Mall gab es offensichtlich alles zu kaufen. Scheinbar gab es alles, vor allem Essen und besonders Obst und Gemüse, im Überfluss. Es war ziemlich voll, und alle Geschäfte hatten geöffnet – obwohl Sonntag war! Die Bäckereien dufteten ganz anders, als die in Deutschland – nach einer Mischung aus Karamell, Zucker, Brot und (merkwürdigerweise) Fisch – obwohl letzteres auch von woanders hätte herkommen können. In einem Markt bot uns eine Frau auf Spießen gefrorene Mooncakes an – eine Nascherei, die hier sehr beliebt zu sein scheint. Sie schmeckte wie matschiges Broteis. Nicht sehr lecker xP Ich musste auch “Bubble Tea” kosten – ein kaltes dickflüssiges Getränk aus Tee, Milch, Sprudel und sehr sehr viel Zucker. Lorenzo holte sich einen Becher (allerdings ohne Sprudel) und Octavia und ich durften probieren. Wir waren beide der Meinung, das es nicht schlecht, aber auch keine Delikatesse sei, und gaben den Becher gerne zurück.

 

Nachdem wir endlich den Ausgang des Zentrums gefunden, und die Metro erwischt hatten, gingen wir zurück zum LPC. Auf dem Heimweg hatten wir wieder eine wunderschöne Sicht auf Ma On Shan. Am Tor mussten wir uns einschreiben, dann trennten sich unsere Wege. Nun galt es, ein bisschen auszuruhen, mit Mama und meinem kleinen Bruder Kolja zu skypen, und sich auf den Abend zu freuen: Welcoming Ceremony!

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Comments on: "Kurzer Abstecher" (1)

  1. Witzig =)

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