My Life at Li Po Chun United World College of Hong Kong 2011-2013

Irgendwo dazwischen

Sechs Stunden Flug habe ich hinter mir. Nun sitze ich hier am Flughafen in Dubai bei Paul, meinem französischen Lieblingsbäcker. Orangensaft und Tarte au citron (*mhm*, das hab ich echt lange nicht mehr gegessen!) sind verspeist, Fotos angeguckt und mein Co-Year Michael ist gerade gegangen, um sich ein bisschen umzusehen. Die letzten Stunden zu Hause haben mir noch ein bisschen mehr Mut mit auf den Weg gegeben: meinen kleinen Bruder Kolja musste ich zwar heute morgen schon verabschieden (obwohl er mit seinen 30 Kilo auch super als Hauptgepäck hätte mitkommen können =D ),  aber mittags fuhren Mama, Papa, Freunde von uns und  ich mit einem vollen Kofferraum und reichlich guter  Musik los, nach Frankfurt. Sieben Stunden haben wir für die Fahrt eingeplant, gedauert hat’s dann doch nur  viereinhalb. Wir ließen die Zeit am Flughafen  verstreichen, beobachteten, wie die Flugzeuge im  Minutentakt landeten, und kauften für meinen Koffer  noch gelbe Kofferbänder. Schwarzer Koffer, gelbe  Streifen – Tigerente!   =)

Oh, das habe ich ja noch gar nicht erwähnt: ich habe  jetzt doch einen neuen Koffer bekommen – drei Kilo  leichter als mein alter Koffer, und ein bisschen kleiner  – aber schwarz, praktisch, gut =) Dadurch gewann ich  sogar noch den Platz, um Kaschmir, meinen  Riesenteddybären mitzunehmen, der jetzt in den Tiefen eines Flugzeuges in einem Rucksack eingequetscht ist. Sogar meine Geige durfte noch mit ins Handgepäck, war im Flugzeug dann aber nicht die einzige, weil noch ein ganzes Jugendorchester aus Beijing mitgeflogen ist.

Ein paar letzte Fotos (und eine Zuckertüte =) später, standen Michael und ich dann in der Schlange der Passkontrolle, winkten und strahlten. Die erste Prüfung folgte aber schon bald: der Mann am Schalter wollte mich nicht durchlassen, weil ich keine Erlaubnis meiner Eltern hatte, minderjährig bin, und er meinte, dass ich ja auch “einfach stiften gehen” könnte. Zum Glück stand Papa noch hinter dem Tor, und musste also noch bestätigen, dass er 1. mein Vater war und 2. dass ich alleine fliegen darf. Als das dann aber auch geschafft war, da ging es richtig los. Der Securitycheck verlief harmlos (wir mussten nicht mal Michaels Trompete auseinander bauen), bis auf die Tatsache, dass ich natürlich gepiept hab und dann (sehr sehr gründlich oO) gefilzt wurde.

Wir waren eigentlich perfekt in der Zeit, und konnten dann sogar recht bald (wenn man diverse Warteschlangen übersieht) ins Flugzeug. Das sah wirklich sehr schick aus. Jeweils drei Sitze am Fenster und in der Mitte noch eine Extrareihe mit vier Plätzen, jeder Sitz hatte in der Rücklehne eine eingebaute Spielkonsole, an der wir auch Filme gucken konnten und in der First Class waren sogar Blumen an der Wand angebracht. Die Stewardess hatten kleine Hütchen auf, von denen auf der einen Seite noch ein eleganter weißer Schal herunterhing, den sie sich dann um den Hals wickelten, und ihre Lippen waren knallrot geschminkt. Als das Licht im Flugzeug gedämmt wurde, blinkten überall an der Decke kleine Sternchen auf (siehe unten). Am Anfang (und auch später zwischendurch) kamen die Stewardess durch die Reihen, und reichten jedem mit einer Pinzette einen schön warmen (oder sogar heißen), nassen Waschlappen. Wir erfrischten uns damit und bald darauf wurde er wieder eingesammelt.

 Das Flugzeug war nur ein bisschen laut,    und Michael und ich vermutlich ein  bisschen sehr aufgeregt, jedenfalls waren  wir noch eine ganze Weile wach – und  verpassten dadurch glücklicherweise  nicht das Bord-Menü, was aber eher ein  Mitternachtsmenü war. Es schmeckte  wunderbar, viel besser, als das, was man  sonst von Flugzeugessen erwartet. Es gab  Lachs auf Kartoffelsalat, Hühnchen mit  Curryreis, Schokoladendessert, Brötchen  mit Deutscher Markenbutter ; ), nochmal Schokolade, 100 ml Wasser und noch einen kleinen Snack. Der kleine Bordtisch war übervoll, und es schmeckte wie gesagt hervorragend!! Wir hatten auch kleine lila Einwegkissen bekommen, und eine dünne Schlafdecke, und damit konnten wir es uns gemütlich machen.

Mit gefülltem Magen schläft es sich ja bekanntermaßen auch leichter, und so schliefen wir dann einige Zeit später auch tatsächlich ein. Allerdings war das bei mir nicht von Dauer. Ich kann allgemein nicht so gut im Sitzen schlafen und das Flugzeugbrummern war trotz Ohrstöpseln recht laut, und so wachte ich gerade rechtzeitig auf, um über Dubai den wunderschönen Sonnenaufgang zu erleben.

Wir flogen tiefer, und nun sah ich Palmen, kleine Häuser, und sehr, sehr viel Sand – eine Wüste von oben zu betrachten ist einfach atemberaubend. Teile der Wüste waren ganz unscharf und verschwommen; so heiß und flimmernd war die Luft. Halb sechs, und draußen herrschten Temperaturen von 32°C!

 Die Landung war sanft und unkompliziert, und als wir warteten, bis  das Flugzeug leer war, schulterten auch wir unsere Taschen und  stiegen aus. Nun sitzen wir also hier, aber gleich geht’s weiter, zum  Securitycheck für den Flug nach Hongkong – und dann, dann bin  ich endlich da. Leider hat Felix, unser Secondyear, uns gesagt, dass  man im Emirates Café hier in Dubai ab einem 3-Stunden-Aufenthalt kostenlos essen darf – allerdings gilt das doch erst ab vier Stunden. Michael und ich standen also gut eine halbe Stunde für nix an *mpf* =D Trotzdem ist der Flughafen sehr schön. Riiiiiesengroß, gigantische Hallen, Palmen und Springbrunnen, und eine teure Marke neben der nächsten. Nur sind wir von dem Flug noch so k.o., dass wir beide nicht viel Lust haben, hier herumzuspazieren, und also bleiben wir sitzen =)

Ich weiß schon, dass wir von Felicia (meiner Secondyear aus Deutschland) und Paul (einem Secondyear aus Ghana) abgeholt werden. Ich bin schon so gespannt, ich kann es kaum erwarten. 21.50 Ortszeit kommen wir in Hongkong an … ich freu mich schon soooo sehr :D

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Comments on: "Irgendwo dazwischen" (4)

  1. Großes Mädchen! Ich bin schon gespannt, was in der Fortsetzung steht…

  2. Sehr schöner Blog Eintrag :D und aaaaaaaaaah es Tut mir sooo Leid das ihr warten mustet haehhe ich dachte wirklich es wären 3 Stunden gewesen :P

  3. Liebe Grüße aus Elba, auch von Uwe und Angela.

  4. Ach Lara, mir stehen die Tränen in den Augen – vor Freunde für dich. Das klingt wie der Aufbruch in eine neue Welt, ich konnte den Sonnenaufgang fast sehen von hier (wo es gerade unheimlich regnet) =)
    Guten Weiterflug wünsche ich dir, hab dich lieb.

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